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0 Autor: Ingo Neumayer

Cake - Pressure Chief

Pressure Chief

Geek Rock als Institution: Cake sind einzigartig in dem, was sie machen. So gewitzt kann Ü30-Musik klingen.

Drei Jahre sind seit Cakes letzter Platte vergangen, gar acht seit ihrem größten Hit, dem Gloria Gaynor-Cover "I Will Survive". Geändert hat sich wenig, wer nicht genau hinsieht, meint gar: gar nichts. John McCrea und seine Kollegen halten an dem fest, was sie können und was man in den USA so nett 'Geek Rock' nennt: Vier Nerds mit Kontaktschwächen und Riesenplattensammlungen gehen auf Spritztour im Musikland. Schon lange haben sie alles gesehen und gehört, nun machen es sich Cake in ihrer eigenen kleinen Welt bequem. Tex-Mex und Blues, Country und Rock, Shuffle und Two-Tone – die Einflüsse sind geschmackvoll ausgewählt und gekonnt zusammengesetzt. Eckpfeiler wie eh und je: Die offenen Arrangements, die viel Luft zum Atmen, Wippen, Nicken lassen. Der Bass von Gabriel Nelson der vielseitig den Groove bestimmt und für die Cake-typische Lockerheit sorgt. Und der eindringliche Gesang von John McCrea, der skurrile, meist alltagspoetische Geschichten zum Besten gibt – man höre nur die Telefon-Tirade "No Phone". Lakonisch, aber nicht teilnahmslos. Entspannt, aber nicht träge. Gefällig, aber nicht anbiedernd. Cake sind eine dieser Bands, die jeder, der sie kennt, irgendwie mag. Dass "Pressure Chief" dabei nicht ganz an die Vorgänger heranreicht, spielt gar keine Rolle. Man ist froh, dass sie mal wieder an die Tür klopfen. Also: Lasst sie rein! Aber versucht nicht, mit McCrea über das Thema Entwicklung zu reden. Der wird mit den Schultern zucken: "Es geht nicht darum, die Dinge neu zu erfinden." Na dann.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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