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0 Autor: Falk Albrecht

The Hives - Tyrannosaurus Hives

Tyrannosaurus Hives
  • VÖ: 19.07.2004
  • Label: Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 137 - Schönheit der Ausgabe

Mit Hits, Hits, Hits auf dem Weg zur Konsensband: Die Hives bieten einmal mehr sinnfreies Entertainment mit Stil, Witz und Esprit.

Fast vier Jahre haben sie sich Zeit gelassen für ihr drittes Album, herausgekommen sind satte 30 Minuten Musik – so lang war noch kein Hives-Alben. Und so voll gepackt mit Hits und guten Ideen auch nicht. Stilistisch hat das Quintett sein Spektrum erneut um zahllose Nuancen erweitert, Garage ist jetzt eher Attitüde als vertonte Realität. Die rohe Direktheit der frühen Tage war zwar schon auf "Veni, Vidi, Vicious" einem geschliffeneren und differenzierteren Klangbild gewichen, mittlerweile aber wurde der Krachfaktor auf ein Minimum gesenkt: allenfalls bei "No Pun Intended", "See Through Head" und "Missing Link" darf die verzerrte Gitarre lärmen. Das wiederum heißt nicht, dass die Hives zu energielosen Schlaffis geworden wären, knackig und flott ist "Tyrannosaurus Hives" vom ersten bis zum letzten Ton. Außer beim ebenso merkwürdigen wie bemerkenswerten Midtempo-Stück "Diabolic Scheme" mit schrägen Streicher-Einwürfen und gewohnt schiefem Gesang wurde Drummer Chris Dangerous bei allen Songs auf strikte Tanzbodentauglichkeit programmiert. Als Hives-Songs sind die Hits dabei schon anhand der Titel erkennbar: Die wohl schon bekannte Single "Walk Idiot Walk", das unbeirrt stampfende "B Is For Brutus" oder der beschwingte Opener "Abra Cadaver" sind typische Spaßgranaten ohne intellektuellen Ballast, die in nächster Zeit auf jeder anständigen Party einschlagen dürften. Gute-Laune-Garantie bieten außerdem "A Little More For Little You" und "Two-Timing Touch And Broken Bones", erst zum Schluss geht den Hives ein wenig die Luft aus. Auf Songs wie "Love In Plaster", "Dead Quote Olympics" und "Antidote" könnten einige 'The'-Bands zwar ganze Karrieren aufbauen, im Kontext von "Tyrannosaurus Hives" aber wirken die Stücke etwas kraftlos. Trotzdem: Im Ganzen betrachtet ist das Drittwerk der Hives alles andere als enttäuschend, man darf schon jetzt von einem der Alben des Jahres sprechen.

Leserbewertung: 9.9/12

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