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Puddle Of Mudd - Life On Display

Life On Display

4-Ohren-Test

Okay, ,"She Hates Me" war im Nachhinein ein bisschen zu cheesy. Geschenkt. Puddle Of Mudd wollten in den Mainstream, das ist ihnen gelungen. Nun müssen sie sich beweisen. Haben sie das? Ja und nein. Die Nirvana-Vergleiche dürften sich jetzt erledigt haben. "Life On Display" klingt mehr nach einer Stadionrockausgabe von Alice In Chains. Wobei ihnen naturgemäß die depressive Seite von Seattle abgeht. Das hier ist Post-Grunge aus Kalifornien. Puddle Of Mudd als Gesamtheit haben ja auch keine Ochsentour hinter sich, sondern nur ihre einzelnen Mitglieder. Diese Scheibe nun ist das Produkt der ersten langen Tour, und das hört man. Ein bisschen flüssiger und weniger verspielt als der Vorgänger, es wird mehr Wert auf das große Ganze als auf einzelne Parts gelegt. Classic Rock trifft auf Grunge, eine Symbiose, die Sinn macht. Die Akustikgitarrenparts, eine Leidenschaft von Frontmann Wes Scantlin, dominieren die 13 Songs, von denen sich nur "Cloud 9", eine fast 20 Jahre alte Nummer, mit seinem simplen Basslauf abhebt. Sie wollten (endlich?) eine Bandplatte machen. Das haben sie. Den Nörglern werden die offensichtlichen Hits fehlen, aber das war nicht die Intention. "Life On Display" muss man viel öfter hören als das Debüt, und das ist generell ein gutes Zeichen.
Jörg Staude 8

"She Hates Me" war ein großartiger Song. Genau so muss es klingen, wenn man aus Versehen mal wieder tagsüber das Radio anmacht: ein Rockhit par excellence. Nichts anderes zählt:

Genauso wie die Bayern den Anspruch haben, immer Meister zu werden, darf bei einer Band wie Puddle Of Mudd der Hit nicht fehlen. Es geht hier schließlich nicht um Kunst, sondern um Erfolg. Wenn man dieser Argumentation folgt, ist "Life On Display" eine Enttäuschung, denn hier fehlen sie, die Hits, die Linkin Park auf ihrem zweiten Album zweifelsohne hatten, die P.O.D. oder Staind auf ihren jüngsten Werken jedoch fehlten. Und genau wie die beiden Letzteren drohen auch Puddle Of Mudd zu einem saisonalen Phänomen zu verkommen. Schon der Opener "Away From Me", gleichzeitig die erste Single, ist allenfalls akzeptabler Stangen-Grunge – doch Standard reicht heutzutage nicht mehr. Das Teeniegedächtnis vergisst schnell, und für ältere Semester sind Puddle Of Mudd ohnehin eher irrelevant: Die haben noch Pearl Jam und Alice In Chains im Herzen und können demnach gut und gerne auf die kalkulierten und inszenierten Posen und Floskeln verzichten, die Wes Scantlin, dieser aseptische Westentaschen-Cobain, auf Lager hat. "I wanna live for a reason / I wanna sing for the people / I gotta hide from the needle / I'm on the run from addiction"? Das meint der nicht Ernst, oder?
Ingo Neumayer 4

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 5.5/12

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