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0 Autor: André Boße

My Morning Jacket - It Still Moves

It Still Moves

Egal, über was Jim James singt: Mit seiner Stimme geht die Sonne auf. Die Band spielt dazu nostalgische Noten aus dem American Songbook.

Vieles auf diesem Album sollte einem eigentlich unsympathisch sein. Das feiste Rock-Riff am Ende des Openers "Mahgeetah" zum Beispiel oder dieses Blues-Feeling in "Run Thru". Komischerweise spielt das alles keine Rolle. Warum auch? Die Welt ist schön wenn Jim James singt. Der Chef von My Morning Jacket packt grundsätzlich eine Portion Hall auf seine Stimme. "Ich möchte damit meine Fantasiewelt gestalten", sagt er – und es funktioniert. In "Golden" singt er zum Country-Twang über die Liebe, "Dancefloors" ist eine überschwängliche Hymne an die ausufernde Abendunterhaltung in der amerikanischen Provinz. Musikalisch stecken die Songs knietief in der amerikanischen Musiktradition: Der Country-Soul der Flying Burroto Brothers schimmert bei "Easy Morning Rebel" durch, an anderen Stellen hört man viel Neil Young, viel Brian Wilson, viel Grateful Dead. Erst gegen Ende der 70 Minuten, wenn das Album zu einer reinen Nostalgie-Show zu werden droht, besinnen sich My Morning Jacket auf eine ihrer größten Stärken: die großen Panorama-Entwürfe, die den Vorgänger "At Dawn" so einzigartig gemacht haben. Davon gibt es mit "Just One Thing" und dem metaphysischen "Steam Engine" nur zwei zu hören. Diese Großtaten sind aber so gehaltvoll, dass sie die melancholische Seele problemlos über den Winter retten.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 12.0/12

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