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0 Autor: Andreas Kohl

Godflesh - Messiah

Messiah

Die Nachlassverwaltung der Schubladenzerstörer Godflesh mit einem echten Muss für Fans und solche die es werden wollen.

Ursprünglich 1994 auf Justin K. Broadricks eigenem Label 'Avalanche' veröffentlicht, war die EP "Messiah" nur über die Website der Band erhältlich. Wer sie hat, liebt sie. Nicht wenige halten diese vier Songs gar für das beste, was die Querdenker je veröffentlicht haben. Der Schreiber dieser Zeilen im übrigen auch. Deshalb ist es mehr als begrüßenswert, dass sich mit 'Relapse' ein Partner gefunden hat, der diesen Meilenstein der Geschichte einer der wegweisendsten aber auch vielfach unverstandenen Band erneut auflegt. Und nicht nur das: Zu allen vier Songs gibt es auf der Platte auch noch von Justin angefertigte Remixe zu hören, die abschließend noch einmal klarstellen, warum Godflesh mit ihrer Verbindung aus Noise, Wave und Elektronik so wegweisend waren und warum sie sich letztlich auflösen mussten. Sie konnten zum Schluss einfach nicht mehr die Limitierungen niederreißen, die sie selbst errichtet hatten. Die Dub-Versionen von "Messiah", dem unfassbar pumpenden "Wilderness Of Mirrors" und den beiden Krawall-Hymnen "Scapegoat" und "Sungod" sind Ambient-Dub in Reinkultur, wie man sie von Bruder im Geiste Mick Harris und seinem Scorn-Projekt erwarten würde: Deep. Unglaublich deep. Wer am Wochenende noch nichts vorhat und im fast schon nervenden Frühlingserwachen ringsumher endlich mal wieder so richtig scheiße draufkommen will, kommt an dieser Platte wohl nicht vorbei. Oder, um es mit Henry Rollins zu sagen: "Nichts ist heilender als eine gepflegte Depression."

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.0/12

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