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0 Autor: Patrick Goßmann

Rilo Kiley - The Execution Of All Things

The Execution Of All Things

Selten haben Platten das Zeug, deinen Gefühlshorizont nachhaltig einzufärben. Rilo Kiley und ihr liebevoll zelebriertes Indie-Universum schaffen es im Vorbeischlendern.

Wie machen die das bloß?! Kaum ein Monat verstreicht, ohne dass die Omaha-Connection namens 'Saddle Creek' ein neues musikalisches Kleinod ausgräbt. Mit Rilo Kiley, dem Quartett um die talentierte Sängerin/Multiinstrumentalistin Jenny Lewis, sind Robb Nansel und Co. nun zum ersten Mal außerhalb der heimischen Jagdgründe auf pures Gold gestoßen. Zum einen wäre da natürlich Lewis' latent lakonische, berührend warme, aber nie über die Stränge schlagende Stimme. Der wahre Star auf "The Execution Of All Things" – nach "Take Offs And Landings" das zweite Album der Band aus L.A. – sind indes die wiederum von Mike Mogis (Bright Eyes, Cursive, Desaparecidos) ins rechte Licht gerückten, vielfarbigen Kompositionen: Mal noisy und ungestüm, dann wieder von introvertiert-samtiger Leichtigkeit, schlagen Tracks wie das mit Steel-Gitarre verzierte, gen Ende explodierende "The Good That Won't Come Out", die zartbittere Abfuhr "Capturing Moods" oder der schlicht begeisternde Titelsong eine unverschämt spielerische Brücke zwischen intimem Songwriter-Pop und knarzigem Indierock. "Then we'll go to Omaha, to work and exploit the booming music scene", singt Lewis mit einem Augenzwinkern über freudig schrengelnder Verzerrung – und hat schon gewonnen. Nicht zuletzt dieser Hang zu Ironie und Sarkasmus ist es neben ihren anrührenden Observationen, der einen an Liz Phair oder Juliana Hatfield denken lässt, bevor das gutgelaunt durchs Gras hüpfende "My Slumbering Heart" im Mittelteil gar die Weezer-Breitseite auspackt. Ein Album wie ein sonniger Sommermorgen mit einer reinigenden Gewitterfront am Horizont.

Bewertung: 9/12

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