Zur mobilen Seite wechseln
0

Mudhoney - Tomorrow Hit Today

Tomorrow Hit Today

Zugegeben, ich hatte wirklich nicht mehr damit gerechnet, daß Mudhoney nach dem vor genau vier Jahren aufgenommenen, nahezu übereinstimmend als sehr schwach verurteilten Album „My Brother The Cow" noch einmal ein ernstzunehmendes Lebenszeichen senden würden. Doch die immer integer gebliebenen Urgesteine der Seattle-Szene sind eben unverwüstlich, und sie setzen ihr angebliches Prinzip, nach einer schlechten immer eine gute Platte zu bringen, erfreulich konsequent um. Mit „Tomorrow Hit Today" besinnen sich Mark Arm und Steve Turner auf alte Tugenden, was nicht selten an ihre wohl prägende Zeit bei Green River erinnert. Rohe Gitarren-Energie paart sich mit dem typisch nasalen Schnodder-Gesang im gewohnt rotzigen Sound, der sich mit dem sechsten Titel „Real Low Vibe" recht treffend umschreiben läßt. Das Anti-Trend-Quartett schreibt keine Hits, aber immerhin Songs, die sich bei chartsresistenten Nicht-Radiohörern gern im Ohr festsetzen. „Oblivion" ist so einer, doch auch „Poisoned Water" und „Ghost" haben das Zeug zum dauerhaften Haftenbleiben. „Tomorrow..." ist perfekter Doom-Blues-Trash-Punk: Viel zu schöne Melodien prallen an atonalen Lärmwänden ab, und der immer latent gelangweilte Gesang inspiriert einen, weit über den Dingen in der Hängematte zu schaukeln und verächtlich darüber zu sinnieren, wie doof die Welt - und wie egal diese Erkenntnis - doch eigentlich ist. Welcome back, Mudhoney!

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.