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0 Autor: Falk Albrecht

Thrice - The Artist In The Ambulance

The Artist In The Ambulance
  • VÖ: 22.07.2003
  • Label: Polydor/Island/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 126 - Schönheit der Ausgabe

Hardcore, Metal, Punk, Emo – der Bezugsrahmen von Thrice hat sich nicht verändert, die einzelnen Elemente wurden diesmal allerdings anders gewichtet.

Das vorab veröffentlichte "Under A Killing Moon" ist für Thrice-Verhältnisse ein eher durchschnittlicher Song, und auch das komplette Album zündet beim ersten flüchtigen Hören noch nicht recht. Bevor man allerdings vorschnelle Schlüsse zieht, sollte man das Album etwas aufmerksamer (und vor allem: lauter!) hören – denn dann ist der Eindruck gleich ein ganz anderer. Zwar wurde hier der Metal-Anteil im Vergleich zu den beiden Vorgängern ein wenig gestutzt, in Sachen Härte und Durchschlagskraft haben Thrice dennoch nichts eingebüßt. Im Gegenteil: Gerade weil die Metal-Einflüsse diesmal etwas subtiler eingebunden wurden und die klassischen Gitarren-Soli ein wenig in den Hintergrund treten, wirkt "The Artist In The Ambulance" eine Spur kompakter als die beiden Vorgänger "Identity Crisis" und "The Illusion Of Safety". Dabei hat sich das Quartett aus Kalifornien keineswegs die Zähne ziehen lassen, die besungenen "Paper Tigers" sind Thrice eben nicht geworden. Gerade dieser Song oder auch "The Abolition Of Man" sind ziemlich kompromisslose Hardcore-Bretter geworden, bei denen sich Frontmann Dustin Kensrue die Kehle wund brüllt. Daneben stehen einige eher unauffällige Stücke wie die Single "All That's Left", aber auch ein paar Songs, die das Zeug zu Klassikern haben. Der Titeltrack etwa erweist sich ziemlich schnell als hartnäckiger Ohrwurm und auch "The Melting Point Of Wax" oder "Stare At The Sun" bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Ob Thrice nun dank des Major-Deals ihr Publikum vervielfachen können, erscheint zwar fraglich, Fakt ist aber auf jeden Fall, dass alte Fans der Band hier einigermaßen bedenkenlos zugreifen können, denn böse Überraschungen muss man nicht befürchten. Und auch Papa Roach dürfen sich freuen – oder wurden die vorher etwa schon mal in der Thankslist einer coolen Band erwähnt?

Leserbewertung: 10.3/12

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