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0 Autor: Alex Brandt

Caesars - 39 Minutes Of Bliss

39 Minutes Of Bliss
  • VÖ: 12.05.2003
  • Label: Virgin
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 123 - Schönheit der Ausgabe

Schwedens vielleicht beste Garage-Band mit ihrem ersten internationalen Release. Vor deren Proberaum haben sich die Hives so einiges abgelauscht...

Eigentlich unglaublich, dass diese Band, die in ihrer Heimat unter dem Namen Caesars Palace schon seit 1995 aktiv ist, so lange auf ein Dasein als Lokalgröße reduziert war. Denn was die vier Musiker auf diesem Album präsentieren, ist in der Tat so ziemlich das Beste, was an Sixties-Songwriting nach den Sixites veröffentlicht wurde - und das ist auch nicht gerade wenig. Dabei machen die Drei um Bandgründer César Vidal gar nicht mal so viel anders als die zahlreichen Epigonen, die sich derzeit zwischen Garage Rock, Power Pop und Soul an ihrer Version von guten Songs versuchen, aber eben doch irgendwie besser. Allein der Opener "Sort It Out" ist ein derart mitreißendes Stück Retro-Rock, dass man alle eventuellen Vorbehalte zurücksteckt und sich statt dessen in Richtung Tanzfläche bewegt, wo man zu "Let's Go Parking Baby" oder der bereits bekannten Radio-Single "Jerk It Out" mit der prägnanten Farfisa-Hookline sofort loslegen kann. Überhaupt wird die Orgel gerne und oft eingesetzt, lediglich in den gedrosselten, psychedelisch angehauchten Stücken wie "Out Of My Hands", "Since You Been Gone" oder "Fun & Games" bleibt sie un- bzw. nur wenig berührt. Die größte Qualität der Band liegt aber eindeutig in der Kombination aus klassisch-straighten Sixties-Rhythmen und tollen Gesangsmelodien: Wer es schafft, bereits die Strophe so prägnant und harmonisch zu gestalten wie im Uptempo-Knaller "Only You" und sich dann im Refrain tatsächlich noch steigert, dem kann man sich trotz hochgradigen Retro-Habitus‘ nur ganz schwer entziehen - siehe Strokes. Im Gegensatz zu deren durchgehend gelungenem Debüt gibt es auf "39 Minutes Of Bliss" dann allerdings doch zwei kleinere Hänger: das blasse "Cracking Up" und das psychdelisch wuchernde, sehr langsame "Suzy Creamcheese". Bleiben aber zehn Punkte für zehn tolle Songs.

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