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0 Autor: Tino Hanekamp

Daniel Johnston - Fear Yourself

Fear Yourself

Daniel Johnston ist 42 Jahre alt und psychisch krank. Er selbst ist sein größter Feind. Er krächzt: "Fear Yourself". Sparklehorse-Chef Mark Linkous macht mit.

Einen Großteil seines Lebens hat Daniel Johnston in Krankenhäusern und Psychiatrien verbracht. Nebenbei schrieb er Lieder und malte Comics. In 30 Jahren entstanden unzählige Platten, die das, was man LoFi nennt, mitdefinierten. David Bowie, Dean Ween<(a> und Matt Groening verehren das verrückte Indie-Alien, weil es einzigartig eindringliche Lieder schreibt. Heute sitzt Johnston schwer übergewichtig und durch Medikamente ruhig gestellt in der Garage seiner Eltern und macht immer noch Musik, "weil es gut tut", wie er sagt. Für sein neues Album ging er mit Mark Linkous ins Studio. Jener produzierte und arrangierte "Fear Yourself", das vom Schrecken erzählt, den einem das eigene Fühlen bereiten kann. Johnston singt wie ein sterbender Vogel, wie eine dürre Krähe, die den Mond anfleht, während sie langsam auf die Erde knallt. Seine Lieder sind grobe Flickenteppiche aus monotonen Rhythmen, Synthie-Streichern, lieblichen Melodien und verstörenden Dissonanzen, aus ockerfarbenen Akustik-Gitarren und kleinen Glöckchen. Eindrucksvoll sind sie, weil sie extreme Gefühle offen legen, weil sie mit kindlicher Aufrichtigkeit von Verstörung, Sehnsucht und Angst erzählen. Es sind schlichte, fast dilettantische Kompositionen, die mit großen Momenten überraschen. Alles ist neben der Spur. Die Geigen zu laut, der Schlagzeuger einen halben Takt hinterher, die Gitarre verstimmt, das Klavier auf Valium. "You hurt me, you hurt me", singt Johnston immer wieder. Wie weh das tut.

Bewertung: 8/12

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