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0 Autor: Falk Albrecht

Hot Hot Heat - Make Up The Breakdown

Make Up The Breakdown
  • VÖ: 12.05.2003
  • Label: Sub Pop/WEA
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 122 - Schönheit der Ausgabe

Widerstand zwecklos: Die Songs von Hot Hot Heat sind so unverfroren eingängig, dass man ihrem Charme umgehend erliegt.

In Amerika gelten Hot Hot Heat schon seit einiger Zeit als heißes Thema, dass sie nun mit "Make Up The Breakdown", ihrem zweiten Album, auch diesseits des Atlantiks die Herzen im Sturm erobern werden, ist eigentlich schon beschlossene Sache. Denn mit ihrem 80s-infizierten Indie-Pop, der sich irgendwo zwischen The Faint, Radio 4 und den Robocop Kraus einordnen lässt, schwimmen Hot Hot Heat derzeit auf einer Welle der allseitigen Sympathie. Und das völlig zu Recht, denn was das Quartett auf dieser gerade mal halbstündigen Platte an Hits vorlegt, muss bei anderen Bands für langjährige Karrieren ausreichen. Unter den zehn hier versammelten Songs befindet sich jedenfalls kein einziger Ausfall, zu befürchten ist allenfalls, dass sich ein Stück wie "Bandages", das umgehend im Ohr hängen bleibt, relativ schnell abnutzen und einem dann auf die Nerven gehen könnte. Nachdem "Make Up The Breakdown" einige Wochen im Dauereinsatz rotierte, ist davon allerdings noch nichts zu merken, stattdessen verdrängen sich die Songs permanent gegenseitig von der Lieblingslied-Position. Neben "Bandages" wären da etwa "No, Not Now", "Get In Or Get Out", "Oh, Goddammit" oder "Talk To Me, Dance With Me" (mit rhythmischem Doobie Brothers-Zitat!) zu nennen, die allesamt das Zeug dazu haben, einen auf dem Tanzboden in Wallung zu bringen. Dabei sind Hot Hot Heat nicht die Flach-Popper, die einige Leute in ihnen zu erkennen glauben, denn ein gewisses Maß an Subtilität kann man ihnen kaum absprechen. Scheinen viele Songs zunächst noch eine geradezu unverfrorene Fröhlichkeit auszustrahlen, so offenbaren sich bei näherer Beschäftigung zahlreiche Brüche: In den Texten werden oftmals zwischenmenschliche Kleinkatastrophen verhandelt, und Sänger Steve Bays, der sich ständig am Rande der Hyperventilation, verfügt über einen geradezu herzzerreißend melancholischen Unterton in der Stimme, für den man ihn einfach gern haben muss.

Leserbewertung: 9.0/12

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