Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Patrick Großmann

Pedro The Lion - Control

Control

Auch das dritte Pedro The Lion-Album ist ein wunderschönes Emo-Pflänzchen, das im Verborgenen blüht. Hoffentlich merkt es diesmal jemand...
Aber womöglich stehen die Zeichen ja derzeit gar nicht so schlecht. Emotionale Gitarrenmusik mit Schraddel-Appeal und Tiefgang ist wieder im Kommen. Doch damit nicht genug: Das Produkt selbst gibt sich mit im Vergleich zum Vorgänger „Winners Never Quit“ merklich erhöhtem Rock-Faktor alle Mühe, uns aufzurütteln. Kracher wie den straight marschierenden Noise-Rocker "Rapture" mit betörender Melodieführung oder das regelrecht stürmische "Rehearsal" war man von dem Trio bislang jedenfalls weniger gewöhnt. Der tonale Biss macht inhaltlich durchaus Sinn, fußt er doch auf Sänger Bazans wachsender Verärgerung gegenüber Bushs rein materialistischer "survival of the fittest"-Politik und den Geschehnissen rund um die WTO. Das zornige „Penetration“ schafft gar den Kunstgriff, sich völlig abseits von plump erhobenen Zeigefingern lakonisch auf die Seite der ‚Macher’ zu stellen und gute Ratschläge zu erteilen: "If you really wanna make it / you better just remember this / if it isn’t penetration / then it isn’t worth a kiss." Der Opener "Options" wiederum fährt mit subtileren Mitteln satte Ernte ein: Voller Inbrunst wird hier, angeleitet von schleppendem Beat und satt perlender Gitarren-Figur, ganz tief im eigenen Gefühlskeller geschürft. Wer auf Bands wie New End Original oder die Weakerthans, auf LoFi-Würze, den einsamen Mittelwesten und beseelte Lyrics mit Hirnschmalz steht, der sollte hier definitiv ein Ohr riskieren. Mehrmals, bitte.

Bewertung: 10/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.