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0 Autor: Ingo Knollmann

Face To Face - How To Ruin Everything

How To Ruin Everything

Auf ein handliches Trio geschrumpft, lassen die unverschämt talentierten Punks aus Victorville ihre Roots durchscheinen und werfen uns dieser Tage einen rohen Klumpen Hits vor die Füsse, der irgendwo zwischen den Descendents und The Jam durch die Gegend poltert.
Nach der eigentlich fantastischen Bombast-Produktion "Ignorance Is Bliss" (featuring Streichorchester und ähnlichen Weichmachern) hatten schon viele alte Fans der Band den Punkrock-Todesschein ausgestellt. "Pfui! Glattgebügelter Alternative-Rock!" hieß es allerorten. Dabei war jenes Album - genau wie eigentlich jede andere Face To Face-Kreation - voll von großartigen Kompositionen und absolut stilsicher. Der direkte Nachfolger "Reactionary" bot dann schon wieder ein anderes, rockenderes Bild der Band, welches spätestens auf "How To Ruin Everything" zu einem dicken, rotzigen Mittelfinger gewachsen ist und allen Besserwissern und Ewig-Nörglern zeigt, wer wirklich die Grätsche mit Gitarre beherrscht. Man macht einem vierköpfigen Monster aus Sänger, Klampfer, Songwriter und Co-Produzent mit Namen Trever Keith einfach nichts vor. Der Opener "Bill Of Goods" rockt bereits so dermaßen unvermittelt und schrammelig los, daß jede Hilfe zu spät kommt. Minimalistisch, aber verteufelt treffsicher und direkt haut einem das Trio fünfzehn Songs um die Ohren, die genau das Richtige für einen positiv angepissten Sommer sind und sich sehr würdevoll weil ungehobelt vor den oben genannten Bands verbeugen. Eine Frechheit, wie viel Talent in dieser Band steckt. Anhören. Mitsingen. Jetzt.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 6.5/12

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