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Bright Eyes - Lifted, or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground

Lifted, or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground

Wenn sich Conor Oberst mit Ende 20 umbringt, wird die Welt vielleicht erkennen, wie viel er mit Kurt Cobain gemeinsam hatte.

Visionär und starrköpfig durchlebt der Mann hinter den Bright Eyes irgendwo zwischen Country und Folk seine ganz eigene Teenage Angst und bricht dabei mit allem, was allgemein als jung gilt. "Lifted" ist nicht deswegen eine kleine Revolution, weil es ein bisher unentdeckter, geschliffener Diamant wie Nirvanas Musik auf "Nevermind" ist, sondern ein absichtlich verstümmeltes, erbarmungslos ehrliches Juwel, das ein vergessenes Licht auf die Jugend an sich wirft. Selten bewegen sich die sperrigen Songs unter sechs Minuten, selten sind sie konventionell produziert, und sobald man sich zurecht findet, wird die Nadel brutal von der Platte gerissen. "Waste Of Paint" besteht gerade mal aus einem schlecht gespielten Akustikgitarrenriff und erzählt spröde Alltagsgeschichten von verkannten Künstlern und gescheiterten Beziehungen. Prädikat: schwierig, unkonventionell, spektakulär. Mancher wird sich abwenden, andere sich selbst wiederfinden zwischen dünnen Kassettenrecorder-Aufnahmen ("The Big Picture") und pompösen Chören oder Streichern, zwischen Fatalismus ("Method Acting") und Depression ("Don't Know When, But A Day Is Gonna Come"). Nach drei regulären Alben hat Conor Oberst den direkten Weg seiner Seele aufs Band gefunden und ein Meisterwerk geschaffen. Er ist 22 Jahre alt. Wie soll das bloß weitergehen?

Leserbewertung: 10.7/12

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