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0 Autor: Alexandra Brandt

The Vines - Highly Evolved

Highly Evolved

Hut ab vor vier Australiern, deren Debüt-Album gleichermaßen Grunge-Elemente, Garage-Rock-Flair und Zitate der englischen Beat-Ära in sich trägt.

Es ist fast immer ein Indiz für die besondere Qualität einer Band, die es oft und gerne krachen lässt, wenn sie auch zu einer anständigen Ballade fähig ist - Punkrock-Songs mit aufgedrehtem Verzerrer sagen schließlich nicht viel über das Songwriting-Potenzial aus. The Vines machen ganz ausgezeichnete Balladen: "Autumn Shade", "Homesick", "Country Yard" und "Mary Jane" belegen ein wunderbares Verständnis für Melodien, Background-Gesänge und Arrangements, das sich ganz unverhohlen an den britischen Größen der Sechzigerjahre - The Beatles, The Kinks, The Small Faces - orientiert. Dazwischen aber wird gerockt, und auch in dieser Hinsicht sind den Vines nur die besten Referenzen gerade gut genug: Im Opener "Highly Evolved" wird der Geist von Nirvana zur lebendigen Gegenwart, "Outtathaway!" protzt mit der erfrischend-unverschämten Attitüde der Hives, während "Get Free" so dreckig rockt wie Mudhoney in jungen Jahren. Und auch wenn das jetzt alles so klingt, als seien diese Burschen lediglich rotzfreche Plünderer - sie zitieren auf ähnlich hohem Niveau wie die Strokes, nur eben wesentlich flexibler, was die Stilistik angeht. Ein Kompliment verdient auch Produzent Rob Schapf, der nicht den Fehler gemacht hat, der Band einen authentischen Retro-Sound zu verpassen, sondern sie sehr voll und warm klingen lässt, ohne ihnen die Reibung zu nehmen.

Leserbewertung: 7.0/12

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