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Sportfreunde Stiller - Die gute Seite

Die gute Seite

Jungsmusik, die auch Mädchen mögen - die Sportfreunde machen alles richtig, was in ihrer Macht steht.
Rüde, Flo und Peter haben sich endgültig freigespielt: Happy Tocos aus Bayern - das war einmal. Inzwischen sind die drei sowohl lyrisch als auch musikalisch ziemlich unverkennbar, und besonders letzteres ist beachtlich. Schließlich hatten die Sportfreunde in Sachen ‘musikalische Fertigkeiten’ noch nie das Format eines Zidane oder Beckhams, sondern eher das eines Guido Buchwalds: Man liefert solide Acker-Arbeit ab, agiert zwar manchmal etwas ungestüm und ungelenk, aber dafür gelingt einem ab und zu etwas großartiges wie der Übersteiger im WM-Viertelfinale 1990, und fortan darf man sich liebevoll ‘Diego’ nennen lassen. Und der Vergleich passt nicht nur aufgrund des Bandnamens: Denn ob Ball ins Tor oder Song ins Ohr, für beide gilt - das Ding muss rein, egal wie. Um so schöner, dass bei "Die gute Seite" keineswegs nur die Brechstange herausgeholt wird, sondern das System flexibel umgesetzt und die ganze Breite des Raumes ausgenutzt wird - von den Bläsern in "International" bis zum Quasi-Rap in "10:1". Zum ganz großen Spiel reicht es allerdings dennoch nicht - es fehlt schlicht und einfach ein entscheidendes Sportfreunde-Element, und das wird wohl immer das Problem bei den CDs des besten Sturm-Trios seit Klinsi und Fritz Walter sein: Man will die Typen einfach in echt sehen, fühlen, hören, spüren, riechen. ‘Premiere Sportsworld’ kann einem auch keinen Stadionbesuch ersetzen, und von daher ist auch "Die gute Seite" ein bisschen wie Trainingslager in Spanien. Man macht sich fit für die nächste Runde, studiert hier neue Spielzüge ein und frischt dort alte Tricks auf, am Ende aber gilt: Wichtig ist aufm Platz. Wird Zeit, dass die Saison wieder los geht...

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 12.0/12

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