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0 Autor: Dirk Siepe

Mother Tongue - Streetlight

Streetlight
  • VÖ: 25.03.2002
  • Label: Nois-O-Lution/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 109

Wiederhören macht Freude. Schön zu sehen, dass hier immer noch eine wirkliche Band am Start ist, die von ihrer Leidenschaft nichts verloren hat.

Vielleicht nicht das wichtigste Comeback der Musikgeschichte, aber mit Sicherheit für viele das schönste seit langem. Acht Jahre haben wir an eine Band geglaubt, die eigentlich gar nicht richtig existent war. Dann und wann kam ein neuer Track über den Teich geschwappt, allerdings stets nur Fragmente oder Rohversionen. Was im Nachhinein erkennen lässt, welch fantastische Arbeit Producer Mario Caldato Jr. mal wieder geleistet hat. Jetzt ist das Gefühl wieder da, das wir so lange vermissen mussten. Vier Musiker, die scheinbar blind miteinander kommunizieren, die harmonische Klanggebilde aufeinander schichten, nur um im nächsten Moment wieder Welten aufeinander prallen zu lassen. Zaubern uns bei "Future" nach Art von Mother Love Bone-Balladen eine bittersüße Gänsehaut auf den Rücken, und schnippen sie dann gleich wieder mit einem virtuosen Wutausbruch weg. Oder "Trouble Came", wo sie wundervoll das Feeling von Kurt Weills "Alabama Song" zu neuem Leben erwecken. Und muss ich jetzt wirklich noch die zeitlos schönen Riffs erwähnen, die Mother Tongue in diesen 13 Songs verpackt haben? Oder dass Dave Gould wieder faszinierende Geschichten erzählt? Hört euch "F.T.W." an, wenn die Welt euch den Blues beschert - "no man is holy until he bleeds"! Mother Tongue mussten schon so viel bluten, dass ich sie jetzt hiermit heilig spreche. Amen.

Leserbewertung: 10.8/12

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