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0 Autor: Sascha Krüger

They Might Be Giants - Mink Car

Mink Car

Auch nach längerer Auszeit schreiben They Might Be Giants schöne Songs. Wo sie mit dieser Platte hin wollen, bleibt allerdings rätselhaft.

Lange war es still um John Flansburgh und John Linnell, und allein schon ihre Rückkehr ist an sich Anlass zur Freude. Endlich wieder einmal ihre wunderbar verquasten Vorstellungen von schrillem Pop in der Zwangsjacke, endlich wieder ihre spezielle Form von Unberechenbarkeit und diese griffigen Melodien zum Mitschwofen. Was das angeht, enttäuscht "Mink Car" ganz und gar nicht - es wird zweistimmig geschmettert, herzallerliebst gesungen und auch instrumental mächtig Druck gemacht. Doch was bei ihnen früher zur Einmaligkeit gereichte - diese große Kunst, jeden Song völlig anders und doch zu hundert Prozent nach ihnen klingen zu lassen - hinterlässt diesmal einige Fragezeichen. Musste man sich beispielsweise unbedingt in Richtung Funpunk der Marke Blink 182 öffnen, wie in "Boss Of Me" geschehen? Oder sich - man höre nur "Man, It’s So Loud In Here" - an schleimigem Eurodance-Pop versuchen, den selbst OMD nicht ekliger hingekriegt hätten? Oder Bob Geldof’sche Folkweisen ausprobieren, wie bei dem programmatischen Titel "Drink!"? Nein, das hätte nicht wirklich sein müssen. So sind They Might Be Giants anno 2002 nur dann wirklich gut, wenn sie klingen wie vor zehn Jahren, als sie zum Außergewöhnlichsten zählten, was Popmusik damals zu bieten hatte. Und das ist leider bei gerade mal der Hälfte der Songs der Fall.

Bewertung: 6/12

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