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0 Autor: Jan Baukhorn

Fugazi - The Argument

The Argument

Der notorische Ian MacKaye und seine Kollegen bleiben sich treu: Emotional angreifender Eruptiv-Rock der Extraklasse.

Das erste "richtige" Fugazi-Album seit "End Hits" wartet nicht wirklich mit großen Überraschungen auf: Das Quartett aus Washington bewegt sich mal wieder mit haarscharfer Präzision und der ihm ureigenen Dynamik in seinem Mikrokosmos. Wie immer verstecken sich zwischen vertrackter 5/8-Rhythmik und unorthodoxer Gitarrenarbeit etliche große und mitreißende Melodielinien, deren Reize und Strukturen sich erst nach mehrfachen Durchläufen erschließen. Soweit also alles dankenswerter Weise beim Alten. Kompliziert, aber nicht verkopft: Manchmal kann Architektur also doch tanzbar sein. Wie sich schon auf den letzten Alben abzeichnete, wird von der reinen Lehre von Bass, Schlagzeug und zwei Gitarren immer mehr abgerückt. Es dürfen schon mal Pianos oder Celli auftauchen, wie auch ohnehin bei Songs wie "Strangelight" und "The Kill" sehr viel Wert auf ruhige, ungewohnt introvertierte Atmosphäre gesetzt wird, die in einigen Melodieparts an Sonic Youth’sche Klangwände gemahnt. Auch wenn Knaller wie "Full Disclosure" den alten Punkspirit transportieren, gewinnt doch trotz des wie immer recht hohen Energielevels eine gewisse beklemmende Grundstimmung die Überhand. Nicht, dass wir was dagegen hätten.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.6/12

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