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0 Autor: Armin Linder

De/vision - Two

Two

Wer De/Vision beharrlich als Depeche Mode-Epigonen abkanzelte, sollte sich spätestens jetzt selbst den Knebel umbinden. Und der Band am besten gleich mit.

Das neue Album von De/Vision hört auf den vielsagenden Titel „Two“. Zwei. Schön. Was damit wohl gemeint sein mag? Zwei erträgliche Songs? Zwei Mark für die Aktion Sorgenkind, frei nach Wim Thoelke? Das zweite Album jedenfalls fällt als Deutung flach, denn schließlich sind De/Vision aus Berlin schon seit nunmehr 13 Jahren im Geschäft. Wer einen Blick ins Booklet wirft und den Silberling ins Laufwerk schiebt, findet gleich zwei plausible Erklärungen für den Albumtitel: Denn zum einen ist die Band vom Quartett zum Duo geschrumpft und besteht nur noch aus Sänger Steffen Keth und Klangtüftler Thomas Adam. Doch während De/Vision wieder vornehmlich auf der von den jüngsten Paradise Lost-Werken vertrauten Schnittstelle zwischen düsterem Synthie-Pop und Rock-Strukturen agieren und die Gitarren gedrosselt wurden, kommen die Songs ungeahnt schwachbrüstig und beliebig daher. Wenn sich zu textlichem Stumpfsinn wie bei „Heart-Shaped Tumor“ auch noch ebenbürtige Musik gesellt, liegt die Vermutung nahe, dass De/Vision mit den beiden Bandmitgliedern auch jeglicher kreativer Gegenpol flöten gegangen ist.

Bewertung: 4/12

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