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0 Autor: Jörg Staude

Creed - Human Clay

Human Clay

Das schwierige zweite Album. Sind Creed doch nur eine Eintagsfliege oder steckt hinter der Band aus Florida weit mehr? Ich denke ja.

Denn "Human Clay" ist weder ein Rip-Off des Erstlings noch eine ideenlose Ansammlung verbrauchter Grunge-Klischees. Im Gegenteil: Es ist ein homogenes Rock-Album mit durchweg guten Songs, qualitativ um einiges reifer als auf dem Vorgänger. Vor allem drei Dinge sind hervorzuheben: Stapps vokale Leistung, die kompromisslosere Gitarrenarbeit und die packende Emotionalität der Balladen. Darüber hinaus haben Creed etwas geschafft, was sehr selten geworden ist: Obwohl sie mit Balladen wie "Higher" (die erste Single) oder "Wash Away Those Years" noch mehr auf die Tränendrüse drücken, haben sie bei den härteren Songs trotzdem mehr Gas gegeben. Wo er auf dem Debüt noch eher in Richtung Tool und deren Düsterheit tendierte, orientiert sich Gitarrist Mark Tremonti jetzt an simpel strukturierter Rhythmusarbeit Marke Metallica. Das passt hervorragend zur noch tieferen, emotional aufgeladenen Stimme Scott Stapps, der sich auch textlich wieder nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Paradebeispiel "With Arms Wide Open": Die Hommage an Sohnemann Jagger mit den Textzeilen "If I had just one wish, only one demand, I hope he's not like me, I hope he understands" dürfte der Nachfolger von "What's This Life For" werden. Die Stone Temple Pilots jedenfalls müssen sich verdammt anstrengen.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 8.4/12

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