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0 Autor: Christian Wiensgol

Ignite - Ignite

Ignite

Es war zum Scheitern verurteilt und gelingt mit Abstrichen dennoch: Ignite machen ohne Zoli Téglás weiter.

Um dessen Stimme zu ersetzen, kann eigentlich nur Klaus Meine infrage kommen, aber der ist mit der Veröffentlichung des neuen Scorpions-Albums beschäftigt. Dass Ignite mit Eli Santana dennoch jemanden gefunden haben, der sich mit genau so viel Inbrunst und ähnlichem Stimmvolumen wie ihr Ex-Frontmann in die Songs schmeißt, dabei aber nicht zur Kopie verkommt, grenzt an ein Wunder. Um das Ganze noch unwahrscheinlicher zu machen: Santana ist eigentlich Metal-Gitarrist. Aber da Metal und Hardcore in Südkalifornien stets Hand in Hand gehen, kennt Santana die Band seit ihren Anfangstagen. An diese wollen Ignite mit ihrem erst achten Album in fast 30 Jahren anknüpfen. "Anti-Complicity Anthem" eröffnet die ganz bewusst "Ignite" betitelte Platte mit einer Kampfansage an alles, was auf der Welt schiefläuft. Nach zweieinhalb Minuten ist klar: Téglás war vielleicht Ignites Sprachrohr und Posterboy, aber für meinungsstarken, melodischen Hardcore stand stets die gesamte Band. Neben dem Opener dürften auch Songs wie "This Day" und "Call Off The Dogs" selbst die kritischsten Fans glücklich machen. Etwas zu oft spielen Ignite jedoch mit dem Pathos und der Kraftmeierei des Metalcore, inklusive textlicher Plattitüden. "The Butcher In Me" etwa ist keine Selbstreflexion in Sachen Fleischkonsum, sondern wartet mit einer stumpfen Beziehungsmetapher auf. Hier fehlt Téglás dann doch.

Bewertung: 7/12

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