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0 Autor: Nina Töllner

Tusq - Rarites & Outtakes

Rarites & Outtakes

Zwischen Jangle-Pop und Schmirgel-Gitarren: Tusq gehen mit Liegengebliebenem auf kleine Zeitreise.

2020 ging in Sachen Konzerte wenig, in Sachen Tournee gar nichts. Um zehn Jahre nach Veröffentlichung ihres Debüts "Patience Camp" trotzdem ein Lebenszeichen von sich zu geben, haben Tusq im Archiv gekramt und lassen einer Live-EP nun eine überschaubare Sammlung mit bisher unveröffentlichtem Material folgen. Darin bleiben sie ihrem 80er und 90er-seligen Indierock britisch-melancholischer Prägung und mit Akkordeon weitgehend treu. Doch legt die Band aus Hamburg und Berlin auch Schlenker ein. Nach dem beflügelnden "I Have Asked The Byrds" und dem auf Oasis-Kurs gehenden "Not Today But Tomorrow" wirkt "Counting Sheep", als habe sich eine Jangle-Pop-Combo mit den frühen Arcade Fire zusammengetan. Das gemütlich vor sich hin rumpelnde "Letter Of Recommendation" erinnert an Pavement mit Quetschkommode. Dagegen ist der Remix von "Blocks And Bricks" zackiger Electro-Rock und auch das schroffe, unterkühlte "Watching Myself" knallt ordentlich vor den Latz – beides Highlights. Die bereits bekannten "Different Plane" und "Fortune" sind in soliden Live-Versionen vertreten. Solide fallen auch "Clocks Quit Ticking" und "Continental Drift" aus, bis ersteres richtig frei dreht, und Sänger Uli Breitbach letzteres in berückende Refrain-Höhen befördert. "Rarities & Outtakes" mag aus der Zeit gefallen klingen, aber fürs Archiv ist das hier wirklich zu schade. Insofern: Danke, Corona!

Bewertung: 7/12

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