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0 Autor: Ulf Imwiehe

Blood From The Soul - DSM-5

DSM-5

Fast 30 Jahre nach dem Debüt veröffentlicht Shane Embury das zweite Album seines Projekts Blood From The Soul und fasst seine musikalische Identität so umfassend, nackt und präzise zusammen wie selten zuvor.

Als Bassist und Songwriter von Napalm Death und unzähligen Bands und Nebenprojekten steht Embury vor allem für massive, schartige Bässe und knatternden Grindcore. Die spezielle, karge, kalte Atmosphäre, die seine Songs seit jeher auszeichnet, jedoch zugunsten schierer Vehemenz und Drastik zu ignorieren, verstellt den Blick auf die Essenz des Schaffens dieses so unaufgeregten wie visionären Musikers. Gemeinsam mit Converge-Sänger Jacob Bannon, Schlagzeuger Dirk Verbeuren und dem Ex-Nasum-Bassisten Jesper Liveröd bewegt sich Embury hier in den Spannungsfeldern von kühlem Post-Punk, hysterischem Screamo und stoisch schabendem, industriellem Grind. Damit ist er näher an "Fear, Emptiness, Despair", dem heimlichen Meisterwerk seiner Hauptband, als Napalm Death selbst es jemals wieder vermochten. Die Eckpfeiler stellen der bittere Post-Punk-Hit "Calcified Youth", das chaotische "Encephalon Escape" und "Subtle Fragment" dar – diese doomig schwärende Wunde von einem Song – zwischen denen sich ein Bogen der Brutalität, Nervosität, aber auch der berückenden, schwebenden Hymnik spannt. Ein Album von grimmiger, auch unangenehmer Pracht. So wie das Licht manchmal gerade dann am schönsten ist, wenn es durch von Schutt aufgewirbelten Staub fällt.

Bewertung: 10/12

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