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0 Autor: Daniel Thomas

Louis Jucker - Something Went Wrong

Something Went Wrong

Von der Vergreisung ist Coilguns-Mastermind Louis Jucker mit 33 Jahren noch weit entfernt. Trotzdem flaniert der Schweizer durch ein LoFi-Folk-Album, das dem Älterwerden mit Gelassenheit begegnet.

Das will etwas heißen bei einem, dessen Tag stets mehr als 24 Stunden zu haben scheint. In seiner Heimatstadt La Chaux-de-Fonds und der Schweizer Alternative-Szene ist er bekannt dafür, in nahezu alle Aspekte des Musikschöpfungsprozesses involviert zu sein. Er organisiert Veranstaltungen und Festivals, baut Instrumente, leitet sein Label Hummus, nimmt auf, vertreibt und netzwerkt. Was in der freien Marktwirtschaft einem Wetteifern um den perfektesten Lebenslauf gleicht, ist in der Kreativbranche Juckers vor allem ein DIY-Stempel, der sich hören lassen kann. Auf seiner vierten Platte kollidieren die im Alleingang ersonnenen und aufgenommenen Elementarteilchen aus Roots-Rock ("The Dam") mit Ukulele-Folk ("Our Easter-Wedding"), kauzigem Indie ("The Heat") und Harfen ("I Hate To Hurt The Hearts I Eat"). Verpackt sind sie in ein Singer/Songwriter-Korsett aus LoFi-Fäden, das auch dem verstorbenen Daniel Johnston gestanden hätte. Jucker – zeitweiliger Bassist der Post-Metaller The Ocean und Kopf hinter den Schweizer Noise-Punks Coilguns – gelingt hier ein hörenswertes Selbstporträt in zehn Songs, das seinem eigenen Älterwerden mit Bescheidenheit begegnet und über einen angenehmen, alternativen Esprit verfügt. Hier und da blitzt sogar manchmal die Verve der Coilguns durch.

Bewertung: 8/12

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