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Tribulation - Where The Gloom Becomes Sound

Where The Gloom Becomes Sound

Vier-Ohren-Test

Auf ihrem fünften Album überraschen Tribulation zwar nicht, verfeinern aber ihren Sound zwischen Metal und Gothic. Vor fünf Jahren haben die Schweden mit "The Children Of The Night" eines der bahnbrechenden Alben des vergangenen Metal-Jahrzehnts veröffentlicht, weil sie die Verbindung aus Gothic Rock und Death Metal darauf völlig neu interpretierten - ohne Doom-Elemente, ohne Pomp. Danach stieg Schlagzeuger Jakob Ljungberg aus und mit ihm ging der Wahnsinn. Das Nachfolgealbum "Down Below" war zwar solide komponiert, allerdings etwas hüftsteif und ohne die dräuende Atmosphäre des Vorgängers. Die ist nun in Teilen zurück: "Where The Gloom Becomes Sound" ist wieder etwas abgründiger und bissiger, zugleich beim Riffing mehr traditioneller Metal (bei "Funeral Pyre" sogar Speed-Metal) und bei den Melodien mehr Gothic - die Elemente werden dabei sogar noch homogener verwoben, der Gesamtsound präzisiert. Die Death-Metal-Vergangenheit hingegen scheint nur noch beim nach wie vor fantastisch modrigen, aber trotzdem artikulierten Gesang auf - dank ihm klingt die Band trotz zugänglicher Songs wie dem treibenden "Hour Of The Wolf", dem Highlight "Leviathans" oder dem vom Storytelling an Nick Cave angelehnten Abschluss "The Wilderness" noch immer nach einer nebelverhangenen Halbwelt.
9/12 Toby Schaper

"Down, furtherest down", wollen Tribulation mit ihrem fünften Album. So ernst hätten sie es damit nicht meinen müssen. "The Children Of The Night" (2015) kann als schlagender Beweis dafür gelten, dass Death Metal nicht immer lupenrein sein muss, dennoch wird überall die wilde Vergangenheit von Tribulation betont, fast so, als hätte all das heute noch irgendeine Bedeutung. Mittlerweile arbeiten die Schweden mit dem ehemaligen Schlagzeuger der Gothic-Schunkler Deathstars zusammen, der schon im Opener "In Remembrance" alles daransetzt, Komplexität im wahrsten Sinne des Wortes einzustampfen. Den Mangel an progressiver Finesse soll dieses Mal ein thematisches Konzept ausgleichen, das Elementarmagie und - ein wahrer Dauerbrenner der ambitionierten Markierung von Intellektualität - (vor-)antike Mythologien bemüht. Eine dankbarere Ausrede zur Überschreitung der tolerablen Höchstmengen an Pathos hätte man kaum finden können - "Dirge Of A Dying Soul" als Todesballade zum Mitsingen und ein überaus ernstgemeintes Klavier-Interlude zur Albummitte hin setzen in dieser Hinsicht neue Maßstäbe. Dabei könnte man nach dem Austritt von Gitarrist Jonathan Hultén aktuell auf okkultes Orakeln auch verzichten, die bösen Omen sind schließlich auch so weithin sichtbar.
5/12 Anke Hügler

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