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0 Autor: Britta Helm

Trixsi - Frau Gott

Frau Gott
  • VÖ: 26.06.2020
  • Label: Glitterhouse/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 328

Ist das noch Schlager oder schon Deutschrock? Hamburgs neues Nebenprojekt reizt den Punk bis aufs Äußerste aus.

Ein Glück, dass Jörkk Mechenbier den ersten Song des ersten Trixsi-Albums mit den Worten "Ja, es geht mir schlecht" eröffnet, damit der ZDF Fernsehgarten gar nicht erst das Anfragefax abschicken muss, und seine Band außerdem bei jeder Gelegenheit die eigene Unbedarftheit betont: "Jana Lüttich" etwa heiße so nach einer Frau, in die alle mal verknallt waren, und weil es außerdem grob an die 90er-Band Lit erinnere, die damals so ähnlich geklungen hätte wie der Song jetzt. Keine ideale Referenz, aber was will man schon nennen außer Hauptbands wie Love A, Herrenmagazin und Findus, in denen die Trixsis ansonsten spielen oder spielten, wenn es ansonsten keine Vorbilder gibt im deutschsprachigen Haltungsrock? "Frau Gott" versetzt kuscheligen Indierock mit eckigen Texten, die locker vom Weltschmerz in den persönlichen stolpern: "Ja, ich mach mir Sorgen wegen morgen/ Und ja, ich mach mir ständig Sorgen wegen dir". Wer sowas schreibt, muss auch einen sympathischen Indiepop-Song wie "Ab Morgen" übers eigene Vollversagen schreiben, eine asselige Quatschpunk-Nummer wie "IroCityExpress", die nie wieder aus den Ohren geht, und dabei immer schön ausschweifend zwischen Ironie und Sanftmut tanzen, weil sonst auch alle in ihren eigenen Bands hätten bleiben können. Die wird für Trixsi niemand vom Treppchen schubsen, aber für neue Festivallieblinge ist im Indiepunk immer Platz.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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