Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Martin Burger

A Mote Of Dust - Live At Mono

Live At Mono
  • VÖ: 16.05.2020
  • Label: Eigenvertrieb/Bandcamp
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 328

Diese letzte Stunde A Mote Of Dust ist eine besondere.

Leiser, immer leiser wurden Craig Beatons Projekte mit der Zeit, im Frühjahr 2019 verstummten sie ganz. Probleme an den Stimmbändern hatten ihn bei Aereogramme zu durchgehendem Klargesang gezwungen, auf The Unwinding Hours, die zumindest ein paar geschäftige Songs aufnahmen, folgten die zurückgenommenen A Mote Of Dust. Deren "II" war Beatons dritte Abschiedsplatte, abgesehen von sanfter Elektronik und ein bisschen Schlagzeug war darauf alles beim Alten und bald, nach einer Minitour mit Endstation in Glasgow: ausgeklungen. "Live At Mono" ist dieser abschließende Auftritt auf kleiner Bühne, das Café bietet nicht viel Platz, entsprechend nah kommen sich Publikum und Musiker. "Intim" wäre zu wenig als Beschreibung der Atmosphäre, "andächtig" Beatons Atheismus nicht angemessen, "traurig" aber schlicht falsch. Auf lange Ansagen verzichtet er, die Songs im reduzierten Arrangement sprechen für sich. Die Sängerinnen Jenny Reeve und Kathryn Joseph verzieren etwa die Hälfte der 14 gespielten Stücke, fünf davon fallen auf Aereogramme und The Unwinding Hours ab. Beaton und sein Kompagnon Graeme Smillie behandeln sie respektvoll, wie alles an diesem Abend klingen sie bedeutsamer als auf Platte. Im Finale "Post-Tour, Pre-Judgement" knackt etwas oder fällt um, Beaton schnauft belustigt, weil er weiß, dass es so etwas wie ein perfektes Ende nicht gibt. Derzeit ist "Live At Mono" nur digital bei Bandcamp erhältlich. Eine Vinylversion wäre wünschenswert.

Bewertung: 10/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.