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0 Autor: Alana Vandekerkhof

Rrrags - High Protein

High Protein

Eskapsimus ist in unsicheren Zeiten nicht das Schlechteste: Die belgisch-niederländischen Rrrags wünschen sich im Jahr 2020 etwa die späten 60er zurück – mit allen Konsequenzen.

Weit ausschweifende Instrumentals, psychedelische Effekte und mehrere Minuten lange Gitarrensoli – mit "High Protein" bluesen sich Rrrags zurück in die Zeiten von LSD-Trips und Woodstock-Ekstasen. Das aus ehemaligen Mitgliedern der Bands The Devil's Blood, Bliksem und Skan bestehende Trio tritt auf seinem zweiten Album wieder aufs Wah-Wah-Pedal und verortet sich irgendwo zwischen der Liebe zur Nostalgie und dem Mut zur Eigenständigkeit. So lassen sie sich im lässigen Opener "The Fridge" noch genug Raum für ausgedehnte Riffs, um dann im zwei Minuten kurzen "Messin" das Tempo anzuziehen und sich in einer impulsiven Bluesrock-Rage zu verausgaben. Das melancholische "Dark Is The Day" ufert über acht Minuten lang in bewusstseinserweiternde Klangdimensionen aus, die den eigenen Verstand mit fließenden Instrumentals vernebeln. Eine tragende Rolle auf "High Protein" spielt Sänger Rob Martins raue Stimme, die Songs wie "Demons Dancing" oder "Sad Sanity" noch mehr Energie und einen eigenständigeren Charakter verleiht. Besonders deutlich wird das im abschließenden "Window", das durch seine instrumentale Zurückhaltung Martins warmen Gesang deutlicher in den Vordergrund stellt und "High Protein" so mit einem wohligen Entspannungsmoment ausklingen lässt.

Bewertung: 8/12

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