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0 Autor: Stefan Reuter

Gaffa Ghandi - Artificial Disgust

Artificial Disgust
  • VÖ: 24.04.2020
  • Label: Exile On Mainstream/Cargo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 326

Gaffa hält bekanntlich die Welt zusammen, Gaffa Ghandi halten ihren instrumentalen Psych-Prog-Stoner auch sehr gut ohne magisches Klebeband zusammen.

Auch wenn der Name es vermuten lässt, ist das Quartett nicht die redlich bemühte, aber eben doch eher nervige Jam-Band aus dem Jugendzentrum nebenan, sondern die pfiffige Jam-Band für Menschen, die normalerweise wenig mit so etwas anfangen können. Das gelingt dem Quartett, dessen Mitglieder in Berlin und Dresden leben, weil es die unliebsamen Aspekte der Grundpfeiler seines Sounds größtenteils einfach ignoriert. Allen voran: "Artificial Disgust" ist psychedelisch, ohne sich in nervigem Geschwurbel zu verlieren. Statt sich ins Nirvana zu dudeln, hält "Ancient Dominator" mit seinen schweren Riffs Kontakt zur Bodenstation. Das gilt umso mehr für das reichlich dramatische "War On Fire", das sich ganz besonders weit nach draußen wagt, aber genau rechtzeitig wieder auf der Erde landet. Ein Songtitel wie "Progressive Concepts For A Modern World Of Multilayered Structural, Sociological And Individual Changeabilities" und eine entsprechende Laufzeit legen üble Verkopftheit nahe, aber erneut kann Entwarnung gegeben werden. Die Band spielt in diesen 16 Minuten all ihre Stärken aus und schafft einen weiten Spannungsbogen. Der droht manchmal doch einzubrechen, letztendlich beheben die Musiker aber auch dieses Problem und das ist doch, was wirklich zählt. Gaffa kann in Wahrheit ja auch nicht alles.

Bewertung: 7/12

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