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0 Autor: Toby Schaper

Trivium - What The Dead Men Say

What The Dead Men Say

Die einstigen Thrash-Metal-Hoffnungsträger verbinden Raserei mit mega-eingängigen Melodien – und schießen dabei bisweilen übers Ziel hinaus.

Es ist schon eine merkwürdige Karriere: Zunächst beim Leipziger Genre-Label Lifeforce unter Vertrag waren Trivium mit ihrem Debüt vor allem in der europäischen Metalcore-Szene populär. Nach dem Wechsel zu Roadrunner folgte eine thrashigere Ausrichtung, viele sahen in ihnen legitime Metallica-Thronfolger. Vom Soundbild traf das zu, was ihnen fehlte, waren die bei aller Komplexität eingängigen Kompositionen ihrer Vorbilder. Dieses Manko überkompensierten sie in der Folge durch immer poppigeres Songwriting, was dabei auf der Strecke blieb, war der Metal-Anteil. Der kam aber spätestens mit dem Einstieg von Schlagzeug-Wunder Alex Bent 2017 zurück, und heute kann die Band sowohl in Sachen technischer Komplexität als auch was das Melodieverständnis betrifft aus dem Vollen schöpfen. Trotzdem bleibt "What The Dead Men Say" ein ambivalentes Album: Viele Riffs sind Weltklasse, und so konsequent wie beim Titelsong oder "The Ones We Leave Behind" hat wohl noch niemand Pop-Harmonien über Blastbeats gelegt. Dass aber jeder der Songs mit einem Refrain ausgestattet ist, der selbst Linkin Park sperrig erscheinen lässt, gibt der Platte auch etwas seifiges und rückt Stücke wie "Catastrophist" oder "Bleed Into Me" in die Nähe von Rock der Marke Staind oder 3 Doors Down. Sollte es 2020 noch Alternative-Clubs geben, finden sich hierauf allerdings etliche Sure-Shots.

Bewertung: 8/12

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