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0 Autor: Markus Hockenbrink

Waxahatchee - Saint Cloud

Saint Cloud

Country roads, take me home: Katie Crutchfield weiß, dass der Heartland-Rock-Busen groß genug ist für versprengte Punker und waidwunde Indie-Songwriterinnen.

Die Sängerin kommt ursprüng lich aus Alabama, wo eben nicht nur Waffennarren und Rassisten wohnen, sondern auch Menschen, die beim Klang einer gepflegten Pedal-Steel-Gitarre Pipi in die Augen kriegen und anschließend einen Apfelkuchen backen. Vielleicht ist Crutchfield sogar einer von ihnen. Auch wenn sie in der Vergangenheit ziemlich lebenswichtige Indie-Alben wie "Ivy Tripp" und "Out In The Storm" veröffentlicht hat, passen ihr die alten Filzpantoffeln made in Nashville noch immer. "Saint Cloud" wird als das Rekuperationsalbum ins Spiel gebracht, das nötig wurde, seit die Sängerin zuletzt etwas zu tief in die Flasche geschaut hat. Mit der Genesung hat sich auch das Klangbild verändert. Es bietet stubenreines Songwriter-Material in aufgeräumtem Ambiente, professionell in Szene gesetzt von etablierten Studiocracks. Nur Crutchfields Stimme ist noch die alte Murmel mit dem eingeschlossenen Feuer. Das kommt am schönsten in "Ruby Falls" zur Geltung, das sich viel Zeit und Raum nimmt, um gleichzeitig sehnsüchtig und angekommen zu klingen. Zusammen mit dem abschließenden Titelstück ist es zumindest musikalisch der hüllenloseste Eintrag ins Tagebuch der Wiederherstellung. Der Rest der Platte ist zumindest für Leute, die nicht mit dem Textblatt überm Plattenspieler hocken, dann doch etwas zu klangtapetig.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 5.0/12

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