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0 Autor: Christian Wiensgol

Pears - Pears

Pears

Berechenbarkeit ist das erklärte Feindbild von Pears. Bevor ihr US-Hardcore seinen Reiz verliert, schrauben sie lieber am eigenen Sound – und haben nun noch mehr Schrauben locker.

Anstatt zweimal die gleiche Platte aufzunehmen, wie es bei Fat Wreck eigentlich Tradition ist, würden sie sich eher auflösen – oder einen Popsong schreiben. Auflösen war keine Option, ergo steht mit "Traveling Time" ein Popsong an vorletzter Stelle ihres dritten Albums. Ein Popsong im Sinne des 90er-Radiorocks: Midtempo, Grunge in der Stimme, Tom Petty in der Melodie, Klavier im Abgang und vor allem: ein großer Refrain. Kurz: Dave Grohl wird ihn lieben. Ganz überraschend kommt dieser Stilbruch nicht. Mit Bandaid Brigade frönt Frontmann Zach Quinn seit kurzem halbironisch dem Yacht Rock. "Traveling Time" zeigt aber auch, dass Quinn zwar weiterhin mit Humor textet, es aber persönlicher denn je angeht. „I was damn near sure I'd be dead by 23/ And I never considered I'd survive my liver just to worry about my knees“, besingt er das paradoxe Gefühl, trotz fortdauernder Selbstzerstörung langsam alt zu werden. Verzweifelter wird er in "Daughter", das nach einer deprimierenden Selbstreflexion zum Fazit kommt: „I'll never have a daughter and I'll never fall in love“. Wem das zu Emo ist, der darf in "Dial Up" Zitate von "Mambo No. 5", "Macarena" und Chumbawamba heraushören oder sich von Quinns Bandkollegen im sekündlichen Wechsel zwischen brutal und eingängig den Kopf verdrehen lassen.

Bewertung: 8/12

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