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0 Autor: Jonathan Schütz

Itchy - Ja als ob

Ja als ob

Neues Album, nächste Änderung im Band-Gefüge: Nachdem Itchy 2017 das "Poopzkid" aus ihrem Namen gestrichen haben, veröffentlicht das Trio nun sein erstes Album auf Deutsch.

Bei den Donots hat es bis zum zehnten Album gedauert, Smile And Burn haben es gerade auf ihrer fünften Platte getan: englische Texte gegen solche in ihrer Muttersprache einzutauschen. Nach eigenen Angaben wollten Itchy mit dem Sprachwechsel raus aus der eigenen Komfortzone und sich musikalisch weiterentwickeln, das übliche Bla-bla in solchen Fällen also. Allerdings glückt dem Trio der Wechsel musikalisch, denn ihr achtes Album "Ja als ob" zeigt die vor 20 Jahren gegründete Band so vielseitig wie nie. Nach dem Wir-sind-immer-noch-hier- Opener "Faust" schielt der Titelsong gewaltig in Richtung Van Holzen, bietet allerdings weiterhin den typischen Itchy-Humor. Auf diesem drückenden Alternative-Sound fußt auch "Beyoncé & Jay-Z", mit dem Itchy aufgrund des katastrophalen Weltzustandes für "Leichtigkeit" anstelle von Verzweiflung sorgen wollen. "Ich wollte noch" erinnert an die frühen Madsen, passenderweise singt deren Frontmann Sebastian Madsen gleich mit. Mit "Nicht weg" positioniert sich die Band einmal mehr gegen Rechtspopulisten, während das abschließende "Wo seid ihr" denn alle verstorbenen Rock-Legenden wie Lemmy oder Bon Scott huldigt. Dazwischen gibt es aber auch viel Pathos ("Gegenden Wind"), Deutschpunk-Standard-Literatur ("Herzlich willkommen") und mittelmäßige Balladen ("Pflastersteine").

Bewertung: 7/12

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