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0 Autor: Britta Helm

Le Butcherettes - Don't Bleed

Don't Bleed

Teresa Suárez Cosío hält ihre neue Poppigkeit mit Synthies und Blues im Zaum.

Das jüngste Le-Butcherettes-Album "bi/MENTAL", das 2019 erschien, "könnte auch der allerletzte Schritt vor dem Meisterwerk gewesen sein", munkelte die eine Seite in unserem Vier-Ohren-Test damals, während die andere eine "künstlerische Bankrotterklärung" hörte. "Don't Bleed" wird diesen Graben nicht schließen. In sechs Songs plus einer Art Intro werfen Le Butcherettes auf diesem Kurzalbum die große Rock-Songwriter-Kunst in den Ring, die sie zuletzt je nach Sichtweise auf ganzer Länge bewiesen haben oder auch nicht, und schießen dann klackernde und pumpende Beats, Murmelgesang und große Posen dazwischen, um die niemand gebeten hat: "And I say/ I've been masturbating/ Thinking of no one at all". Mag sein, dass Mastermind Suárez Cosío Stadionrock-Superstar werden könnte, aber sie will halt nicht. Stattdessen zeigt sie, was passiert, wenn man die Gitarren mal kurz schlafenlegt, um sie dann unter düsteren Synthies und merkwürdig eingängigen Rhythmen zu begraben. Ihre todescoole Attitüde bewahren sich Le Butcherettes auch über Songs hinweg, die den Groove früher Metric mit der trotzigen Verspieltheit von Coco Rosie mischen, und Suárez Cosíos Stimme sorgt zwischen den eingängigen Melodien und der schwebenden Verträumtheit für die alte Portion Blues, wenn sie von oben nach unten fällt und wieder zurück. In die üblichen Kategorien von meister- und schauderhaft wird diese Band nie passen.

Bewertung: 8/12

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