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0 Autor: Sascha Krüger

Pretenders - Alone

Alone

Starkes Ding: Wenn Black-Keys-Kopf Dan Auerbach produziert, klingt selbst eine seit fast 40 Jahren bestehende Band plötzlich wieder arschcool und lässig.

Es ist ja immer so eine Sache mit alten Helden, die schon seit den 70ern dabei sind: In den seltensten Fällen gelingt ihnen eine glaubwürdige Modernisierung ihres Sounds. Was auch auf die Pretenders zutraf: Ihre jüngsten Alben klangen wie ein müder Aufguss ihres Rockpops aus den 80ern und gingen kommerziell dementsprechend unter. Selbst in England, dem für sie wichtigsten Markt, war eine Top-30-Platzierung außer Reichweite. Deshalb hatte Frontfrau Chrissie Hynde zuletzt lieber auf ein intimes Soloalbum gesetzt. "Alone" sollte nun eigentlich der Nachfolger zu ihrem Soloalbum "Stockholm" werden, doch beim Schreiben bemerkte Hynde, dass die Sachen zu rockig für ein neues eigenes Album der Sängerin sind. Also rekrutierte sie nicht nur wieder ihre Band – die von der Besetzung her sowieso nichts mehr mit den Pretenders aus dem vorigen Jahrhundert gemein hat – sondern obendrein auch Star-Produzent Auerbach. Das erweist sich als großes Glück, denn der Black Keys-Gitarrist versteht es perfekt, sein knorriges Blues-Gefühl so mit den gekonnt eigenwilligen Songs von Hynde zu verschmelzen, dass das Ergebnis ebenso eigenständig wie postmodern und mitreißend klingt. In nur 48 Stunden nahm die Band das gesamte Album auf, und diese Frische und Begeisterung für den Moment spürt man in jeder Sekunde. "Alone" könnte sich damit für Hynde zu dem großen Spätwerk entwickeln, wie es etwa die "American Recordings" für Johnny Cash waren – einer brillant agierenden Sängerin und ihrem hochbegabten Produzenten sei Dank.

Bewertung: 8/12

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