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0 Autor: Julia Köhler

Gloo - A Pathetic Youth

A Pathetic Youth

Würden diese mit Pathos beladenen Punk-Hymnen nicht so verdammt viel Spaß machen, könnte man bei all dem Eskapismus fast ein schlechtes Gewissen bekommen.

Denn natürlich steckt das Debüt des britischen Trios dem Titel entsprechend voller juveniler Slogans über das Working-Class-Leben wie "I just wanna have some fun" ("Act My Age") oder "Nothing you say is gonna change my mind" ("Hit It"). Aber ins Phrasenschwein einzahlen müssen die Briten dank ihres bissigen Charmes trotzdem nicht. Auf großartige Inszenierungen verzichten Gloo völlig, dafür spielen sie ihren Punkentwurf besonders enthusiastisch und mitreißend. Wenn "Pig" sich also zunächst eine halbe Minute rein instrumental aufbaut, bleibt das die einzige Ausnahme vom ansonsten knackigen Moshpit-Potential des Albums. Dafür berufen sich Gloo auf die klassischen drei Akkorde, erweitern diese aber an allen Ecken und Enden um Fuzz-Pop-Elemente wie in "No Shit Sally" oder "Force You". Wie gut es sich zu diesen oder dem Closer "Pissheads" mitgrölen lässt, haben unter anderem ihre hoch gelobten Support-Shows für Press Club unter Beweis gestellt. Bei aller Spielfreude teilen sich Gloo nun passenderweise auch das Label für den physischen Release ihres Albums mit den australischen Genrenachbarn. Schon 2018 konnten sich die Briten rasend schnell mit der digitalen Version von "A Pathetic Youth" in Radiosendern und Fan-Herzen einnisten – mit dem richtigen Sound scheint Realitätsflucht also auch im Punk gut anzukommen.

Bewertung: 8/12

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