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Holy Serpent - Temples

Temples

Die australischen Stoner-Doom-Band Holy Serpent legt ein Jahr nach ihrem Debüt satt nach. "Temples" ist Wahwah- und Fuzz-getränkter Downer-Rock für Psychedeliker.

Zugegeben: Es ist immer die gleiche Leier. Songs wie Geröllhalden, die von Lavaströmen durchzogen werden. Monolithische Gebilde, die Riff auf Riff auf Riff stapeln – und bevor der Song kollabiert, tut es eher der Hörer. Holy Serpent wissen ganz genau, wie dieses Rezept umgesetzt werden muss, damit es gut mundet. Sie haben viel von Electric Wizard gelernt, umschiffen aber deren Kaputtheit mithilfe der, nun ja, Geschmeidigkeit von Uncle Acid And The Deadbeats. "Temples" vereint fünf schier endlose Säulenbauten, auf deren Opferaltaren nicht mit dem Skalpell, sondern eher mit der Axt gewerkelt wird. Holy Serpent, die Erschaffer dieser Tempelbauten, haben beim "Sativan Harvest" ordentlich geerntet, was ihren Blick für Feinheiten trübt. Dafür verleiht ihnen ihre Liebe zum – bestimmt ärztlich verordneten – Grün ein entspanntes, psychedelisches Rückgrat. Erwähnter Zwölf-Minuten-Song nimmt sich (offensichtlich!) Zeit, mäandert in doomig-depressive Tiefen und erfährt dabei eine Erhabenheit, wie sie sonst nur Pallbearer gelingt. Es ist schon eine Kunst, die immergleichen Doom-Zutaten zu bemühen, ohne zu langweilen. Aber ganz offensichtlich besitzen die vier Musiker aus Melbourne das Talent, damit durchzukommen – und dass, wo der kürzeste Song sechs Minuten dauert. Das schöne Artwork und andere Details lassen Holy Serpent trotz aller Traditionsverbundenheit frisch wirken. Am Ende der Platte, also dem Finale von "Sativan Harvest", gibt es sogar eine Überraschung. Da tauchen plötzlich Violine, Cello und Synthesizer im Weed-Nebel auf. Episch.

Bewertung: 8/12

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