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0 Autor: Oliver Cremer

The Flaming Lips - The Soft Bulletin

The Soft Bulletin

"I stood up and I said heyyeaahh..." - denn dieses Album ist, und das dürfte niemand bei Bewusstsein bestreiten, ein absolutes Meisterwerk!

Man stelle sich vor, dass Mercury Rev, Guided By Voices und Radiohead sich in einem Studio treffen, dessen Equipment sowohl Relikte aus den späten sechziger Jahren als auch neuzeitliche Digitalgerätschaften umfasst. Hinter den Reglern stehen vier ergraute Herren aus Liverpool, die auch mal die beste Band der Welt waren - so wie die Flaming Lips. Man beschließt, den definitiven Popsong zu produzieren. Die Arbeit geht gut von der Hand und alle Beteiligten haben so viel Spaß an der Sache, dass direkt 14 solcher Nummern auf dem Masterband landen. "The Soft Bulletin" ist eine Reise in Klang- und Gefühlswelten, die so durch Musik wohl noch nicht eröffnet wurden. Momente von so perlender Schönheit, dass die Zeit schlicht stillzustehen scheint, treffen auf so euphorisierende Klangschichtungen, dass man einfach losjubeln will, um dann bei Stimmungen voller Sehnsucht und Klarheit zu landen. Die Band, die das Album zusammen mit Dave Friedmann produzierte, bastelte viele akustische Gimmicks ein und insbesondere Gitarren, die in einem sich ständig verändernden Stereofeld umherschweifen. Der oft stark verfremdete Gesang und der kontrastierende, brillante Schlagzeug-Sound sorgen dafür, dass die Musik irreal wirkt - wie aus einer anderen, vermutlich besseren Welt. Hierbei thematisieren die Texte von Mastermind Wayne Coyne Hypothesen wie die, dass der chemische Botenstoff in unserem Gehirn, der uns Liebe empfinden lässt, derselbe ist, wie der, der den Urknall auslöste - Liebe erst lässt Seiendes entstehen und ist einziger Daseinsgrund. Ich liebe zum Beispiel dieses Album, also bin ich.

Leserbewertung: 10.5/12

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