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0 Autor: Carsten Sandkämper

Lunatic Soul - Under A Fragmented Sky

Under A Fragmented Sky

In der Studiowelt des Mariusz Duda kann aus musikalischen Fragmenten und einer hemdsärmeligen Idee ein komplettes Album entstehen. Und zwar kein schlechtes. Hier der Beweis.

"Under A Fragmented Sky" sollte „eine Maxi“ werden, wie das Riverside-Mastermind anlässlich des überraschenden Ergebnisses seines jüngsten Experiments zu Protokoll gibt. Aus der Idee, das zentrale Stück des bislang letzten Albums "Fractured", "A Thousand Shards Of Heaven", zusammen mit ein paar Outtakes zu veröffentlichen, erwuchs schließlich das sechste Lunatic-Soul-Album. Zwar nehmen sich die acht Stücke etwas zurück, was die opulente Instrumentierung betrifft, die sich Duda im letzten Anlauf gegönnt hatte. Die musikalischen Motive sind aber relativ nah an "Fractured", bauen teilweise auch lyrisch auf dem Schwesteralbum auf. Trotzdem funktioniert die Platte ähnlich anrührend wie "Walking On A Flashlight Beam" und entführt an vielen Stellen in ein wunderschön trauriges Universum. Duda bewegt sich selbstbewusst auf seinem eigenen Terrain aus progressiver Elektronik im Spannungsfeld zwischen Archive und Depeche Mode. Die Leichtfüßigkeit und Ästhetik, mit der sich seine Stücke entwickeln, sei es komplett virtuell oder mit einer akustischen Gitarre, wirkt wie angeboren und immer folgerichtig, ohne die Grenze zum Trivialen zu überschreiten. Vieles an dieser Platte klingt bewusst reduziert und erinnert sowohl an die Anfänge von Lunatic Soul als auch an Mikael Åkerfeldts und Steven Wilsons Projekt Storm Corrosion. Klar ist außerdem, dass sich Duda angesichts emotionaler 16-Tonnen-Gewichte wie dem Titelstück oder dem Finale "Untamed" den Vergleich mit Wilson auch weiterhin gefallen lassen muss.

Bewertung: 8/12

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