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0 Autor: Sebastian Berlich

Warish - Down In Flames

Down In Flames

Zerschundene Knie, abgesoffene Gitarren, erdrosselter Gesang – "Down In Flames" stellt Attitüde über Songwriting und triumphiert damit.

Den Fuzz hat Riley Hawk mitgenommen, der Rest liegt in der Garage seiner Heavy-Rock-Band Petyr sicher verstaut, falls es der Skater doch nochmal richtig wissen will, mit dieser Musik, die Menschen anerkennend nicken lässt. Dabei haben Warish nicht mal weniger Interesse an der historischen Dimension von Rock, kümmern sich aber so gar nicht um Akkuratesse, sondern werfen alles durcheinander: rumpeligen Grunge, aufgeplatzten Skate-Thrash und sinistren Proto-Metal. Die Referenzen brechen sie aufs Nötigste herunter und jagen sie dann durch fiese Effektgeräte. Im Vergleich zu den beiden bisherigen Kleinformaten, deren Material sich hier mehrheitlich wiederfindet, hat das Trio zwar weiter an Details gearbeitet, ist aber nicht der Illusion erlegen, raffinierte Songs könnten seine Stärke werden. Schön ist es, wenn Hawks Gitarre in "Big Time Spender" Pirouetten dreht, als hätte sich Tony Iommi zu Beginn der 80er den Ausläufern von Punk verschrieben, oder Warish am Ende des hittigen "Bleed Me Free" Sludge trockenlegen, doch "Down In Flames" lebt in Gänze von anderen Qualitäten: Wie stoisch Schlagzeuger Bruce McDonnell Song um Song antreibt, Hawk eingängige Riffs in den Schredder wirft oder sich, wenn seine Stimme nicht vollends im Hall verlorengeht, an theatralischen Performern wie Billy Idol oder Glenn Danzig orientiert. Dessen Zeit bei den Misfits steht auf diesem Debüt ohnehin Pate, nicht nur wegen der Mischung aus Eklektizismus und Simplizität, sondern vor allem der diabolischen Note wegen, die hier jeden noch so räudigen Einfall adelt.

Bewertung: 8/12

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