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0 Autor: Stefan Reuter

Bury Tomorrow - Black Flame

Black Flame

Da Parkway Drive dem klassischen Metalcore endgültig den Rücken gekehrt haben, ist in dieser Nische ein wichtiger Platz frei geworden.

Bury Tomorrow kommen also genau zur richtigen Zeit. Vor sechs Jahren veröffentlichten die australischen Genre-Giganten ihr fünftes Album "Atlas", auf dem sie vorsichtige Experimente andeuteten, die zeigten, dass sie bereit sind, ihre Fühler weiter auszustrecken. Bury Tomorrow wagen auf ihrem sechsten Album nicht viel Neues, stattdessen konzentrieren sie sich darauf, ihren Stil zu perfektionieren. Der basiert zwar auf Schema F, die Briten bringen aber genug Charakter mit, um ihn eigenständig klingen zu lassen. Da wären zum einen Kristan Dawson und Jason Cameron an den Gitarren, die ihre Riffs geschickt zwischen Groove und flitzender Melodik platzieren und wissen, wofür Solos da sind. "Knife Of Gold" ist dafür ein gutes Beispiel. Cameron ist auch zuständig für die Refrains, die dank seiner rauchigen Stimme groß ausfallen, ohne den Songs die Härte zu nehmen. Das volltätowierte Aushängeschild der Band ist aber ohne Frage Sänger Daniel Winter-Bates, diese unverschämt sympathische Rampensau. Wenn der im Rahmen zukünftiger Konzerte beim rasanten "More Than Mortal" „No more heroes, no more saviours, no more gods, just betrayers“ skandiert, wird die Situation eskalieren – und zwar im besten Sinne. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel von Camerons Pathos und Winter-Bates’ Tollwut im düsteren "Overcast" und dem Titelsong, der zukünftigen Band-Hymne. „Lost soul in the unmarked grave/ We have given a name/ Black flame“, werden bald sehr viele Menschen brüllen und dazu die Fäuste in die Luft recken. Der Sturm auf den Metalcore-Thron hat begonnen.

Bewertung: 8/12

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