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0 Autor: Kerstin Kratochwill

Astrosaur - Obscuroscope

Obscuroscope

Jazzmathrock aus Norwegen, der jede Formel sprengt: Astrosaur sind wie der verrückte Professor, dessen Genialität man spürt, aber nicht in Gänze erfassen kann.

Die drei Musiker von Astrosaur haben am Conservatory Of Music in Kristiansand studiert und sind damit so etwas wie akademische Metal-Absolventen, die ihr Können in Theorie und Praxis auf "Obscuroscope" unter Beweis stellen. Aufmerksames Zuhören ist bei dem Gewitter an Genre-Verweisen durchaus wichtig, zu leicht verpasst man sonst die unzähligen Black-Metal-Einsprengsel oder Prog-Elemente, die die Band ihren instrumentalen Songs einschreibt. Auch ihr zweites Album bräuchte eigentlich viele Fußnoten, um die Fülle in diesem so eigenen Sound-Universum erkunden zu können. So enthält jeder Song einen Satz an Daten und Koordinaten, der Hinweise auf die Geschichte gibt, die zur Entstehung des Songs führten. Der Opener "Poyekhali" etwa ist vom sowjetischen Raumfahrtprogramm inspiriert. Man kann diesen durchaus nerdigen Aspekt aber auch zur Seite schieben, und nur beeindruckt zuhören und sich in die verschiedenen Fantasy-Welten von Astrosaur entführen lassen, deren Musik damit auf zwei Ebenen funktioniert: intellektuell und hypnotisch. Wissenschaft und Magie prallen hier musikalisch aufeinander, wenn das Trio mit seiner energischen Musik losprescht. Ein wenig erinnert diese Herangehensweise an die US-Synthierock-Band Trans Am, deren cleverer, knallharter und kompromissloser Sound ebenfalls auf dem schmalen Grat von Ekstase und Erkenntnis tanzt. Astrosaur springen mit voller Wucht in dieses Grenzland und nehmen jeden mit, der bereit ist, ihrer anspruchsvollen Lehre zu folgen.

Bewertung: 9/12

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