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1 Autor: Martin Iordanidis

Sacred Reich - Awakening

Awakening

Sieben Hundejahre sind ein Menschenjahr, 23 Jahre im Old-School-Thrash nur ein Augenblick: Sacred Reich beenden ihre Albumpause mit besserem Gesang und dem neuen alten Drummer Dave McClain.

Alte Hasen erinnern sich: Vor seinem Engagement bei Machine Head war McClain in den 90ern bereits Schlagzeuger bei Sacred Reich. Die Band aus Phoenix hat sowohl die stilistische Öffnung als auch den Abschwung des First-Generation-Thrash miterlebt und konnte mit echten Genrekollegen genauso auf Tour gehen wie mit Motörhead oder Danzig. Spätestens seit "The American Way" trug sie wie Prong und Pantera zur Entwicklung des Groove Metal bei. Ihre relative Vielseitigkeit prägt auch das Comeback: Im Opener "Awakening" spielt das Quartett die Stärken von McClain mit fahrigen Tempi nach vorne, während Gitarrist Wiley Arnett mit seinen Solos nach wie vor nicht bis zum C-Teil wartet – Suicidal Tendencies lassen grüßen. In "Divide And Conquer" treten Sacred Reich genauso fest das Gaspedal durch wie auf den Slayer-Anleihen ihrer Frühphase. Der Geschwindigkeit des Debüts "Ignorance" sagt das Quartett in "Manifest Reality" und dem punkigen "Revolution" Hallo. "Awakening" wird vor allem da mutig, wo Sacred Reich links und rechts von der Route des puren Thrash abbiegen. "Killing Machine" jagt die Hookline, wie es sonst nur die Kollegen Death Angel aus der Bay Area tun. Mehrstimmige Gesangslinien sind nach der Reanimation ein echtes Novum und Phil Rind hat dafür hörbar an seiner Stimme gearbeitet – in breitfüßigem Metallica-Hardrock wie "Death Valley" entfaltet sie sich am besten. Jetzt sind Sacred Reich ihren alten und neuen Fans nur noch ein neues "Surf Nicaragua" schuldig.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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Kommentare (1)

Avatar von Wolfgang_Weiler Wolfgang_Weiler 07.09.2019 | 11:51

SACRED REICH waren noch nie große Freunde ausufernder Alben, mit den acht Songs von „Awakening“ unterbieten sie aber sogar noch die 32:34 Minuten ihres 1987er Debüts „Ignorance“. Wirklich schnell wird es auf „Awakening“ zwar nur bei ´Divide & Conquer´, erwähntem ´Revolution´ und ´Manifest Reality´ mit seinen deutlichen Slayer-Momenten; im Gegensatz zu weiten Teilen der Konkurrenz stanken SACRED REICH aufgrund ihrer ausgefeilteren Songwriting-Skills aber auch im Midtempo niemals ab, und auch diesmal liefern sie ihre besten Hooks, wenn sie Geschwindigkeit rausnehmen (´Salvation´, ´Something To Believe´). Gutes Album

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