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0 Autor: Gerrit Köppl

Dude York - Falling

Falling

Songs zum Verlieben übers Verlieben: Dude York aus Seattle sind Songwriting-Meister, die das musikalische Erbe ihrer Heimatstadt am Leben erhalten. Da dürfen die Texte auch mal schrecklich kitschig sein.

Die 13 Songs auf "Falling" sind nämlich allesamt Liebeslieder, die mit Teenie-Naivität und Rührseligkeit wirklich jeden abholen, der sich nicht dagegen wehrt. Was angesichts der Eingängigkeit jedes einzelnen Stücks völlig unmöglich ist. Seit dem Vorgängeralbum "Sincerely" von 2017 teilen sich zwei Drittel des Trios, Gitarrist Peter Richards und Bassistin Claire England, das Schreiben und Singen der Songs, manchmal geht das auch zusammen, meistens aber im Wechsel. Alle haben sie dadurch ihren eigenen Dreh: In "Box" lamentiert Richards mit Gaslight-Anthem-Vibe zu Surf-Gitarren über das Ende einer Beziehung („Iʼll never love again“), "Iʼm The 1 4 U" ist Englands Alternative-Mitklatsch-Hymne über unerwidertes Verknalltsein. Die jeweils von England und Richards gesungenen "Shouldʼve" und "Only Wish" sind Dude Yorks Weezer-Blue-Album-Songs, die Mitte der 90er weit oben in den Charts gelandet wären. Richards steuert stets Leadgitarren-Melodien bei, die eigenständig sind oder die Stimme ergänzen. Greift er in "15" zur Akustikgitarre, entsteht dabei ein besserer The-Shins-Song als The Shins in den vergangenen zehn Jahren geschrieben haben. Der Titeltrack und "DGAFAF" zum Schluss haben mit ihren verrauschten Gitarren sogar Sonic-Youth-Flair. Nur Gutes gibt es auch über den Rest des Albums zu sagen: ein Hit nach dem anderen, keine Füller, große Gefühle und noch großartigere Refrains. Richards und England sind Genies, die artverwandte Bands wie Bully, Rozwell Kid und Weakened Friends nochmal übertrumpfen.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.0/12

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