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0 Autor: Arne Helms

Yellow Eyes - Rare Field Ceiling

Rare Field Ceiling

In einem alten Farmhaus, dessen Felder längst der Wald zurückerobert hat, hat das New Yorker Quartett um die Brüder Will und Sam Skarstad sein neuestes Werk "Rare Field Ceiling" aufgenommen.

Es muss beängstigend gewesen sein, währenddessen durch die Wälder Connecticuts zu streifen und aus einer einsamen Hütte Yellow Eyes’ bedrohlich-atmosphärischen Black Metal zu hören. Wie bei "Immersion Trench Reverie" brachte Will Skarstad eine Fülle an Feldaufnahmen von einer Osteuropa-Reise mit, die Yellow Eyes als Kernstücke sorgsam in das Album eingewoben haben. So rahmen Windspiele, das Knistern des Waldes und vor allem die Ballade eines kasachischen Chors im Opener "Warmth Trance Reversal" und im abschließenden "Maritime Flare" die sechs Songs ein. Einerseits stehen diese Aufnahmen im Kontrast zum harschen Black Metal der Band, andererseits ergänzen sie ihn und bauen so die unheimliche, schaurig-schöne Atmosphäre auf. „Das Album handelt vom Versuch, die Decke zu berühren und von Wahnsinn“, erklärt Sam Skarstad. „Du kletterst höher und höher, und wenn du schließlich angekommen bist, bist du dir nicht sicher, ob du sie berührt hast oder ins Meer gefallen bist.“ Gerade wenn das Schlagzeug rasend donnert, die Gitarren mal sägend, mal fast glockengleich klingen und Will Skarstad geisterhaft schreit, entfaltet sich dieses Bild, und die immersiven Kräfte der Band rufen so oder so ähnlich gelagerte Visionen hervor. Auch wenn sich Parallelen zu anderen USBM-Bands wie Ash Borer, Bosse-De-Nage oder Krallice nicht von der Hand weisen lassen, erschaffen Yellow Eyes doch ihren ureigenen Sound, der in einem wilden und rohen Album von schizophrener Schönheit seinen bisherigen Höhepunkt findet.

Bewertung: 9/12

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