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Editors - The Blanck Mass Sessions

The Blanck Mass Sessions

Die Editors schicken ihrer jüngsten Platte einen Elektro-Ableger hinterher. Man kann ihn dem regulären Album durchaus vorziehen.

„Machen wir uns nichts vor“, sagt Kollege Schneider. „Früher oder später werden Depeche Mode einen Nachfolger brauchen, ewig kann das ja nicht weitergehen.“ Falls es das doch tut, und Gahan & Co. dereinst noch als Synthie-Pop-Greise auf der Bühne stehen, kann man den Editors wenigstens nicht vorwerfen, sich als Thronfolger empfohlen zu haben. Wie sehr sie sich grundsätzlich zur elektronischen Musik hingezogen fühlen, weiß man spätestens seit ihrem Quasi-EBM-Tribute "In This Light And On This Evening" von 2009. Zehn Jahre später unterstreichen es die "Blanck Mass Sessions" erneut: Abzüglich des bislang unveröffentlichten Openers "Barricades" (der sich stilistisch gut einfügt), versteht sich das Minialbum als Teil-Remake der aktuellen Editors-LP "Violence". Sechs Songs von "Violence" finden sich darauf: mal mehr, mal weniger drastisch elektronisierte Alternativ-Versionen, die Fuck Buttons’ Soundstratege Benjamin John Power unter dem Solopseudonym Blanck Mass angefertigt hat. Bereits im Zuge der Albumaufnahmen und auf ausdrücklichen Wunsch der Editors übrigens, denen inzwischen wohl aufgegangen ist: Im Zweifelsfall steht es ihnen besser, sich drückenden Beats und analogen Synthesizern hinzugeben, als ihr Glück im pathetischen Classic Rock zu suchen, wie sie es vor allem auf "The Weight Of Your Love" seinerzeit probierten. Auch wenn die Blanck-Mass-Kirmesversion von "Darkness At The Door" etwas zu bemüht auf die Tanzfläche zerrt – insgesamt kann man Gefallen finden an diesem umgebauten "Violence". Womöglich sogar mehr als am bislang bekannten.

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