Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Carsten Sandkämper

Gong - The Universe Also Collapses

The Universe Also Collapses

Psychedelia für das 21. Jahrhundert haben Gong mit ihrem zweiten Album nach dem Tod des Bandgründers Daevid Allen angekündigt. "Rejoice, I’m Dead" war die respektvolle Totenmesse, nun folgt die Suche nach neuem Leben.

Dabei ist nicht die Frage, ob die Band etwas findet, sondern was. Allen war immer der Auffassung, dass Gong eher ein Gedanke, denn eine starre Band ist. Seine letzten Tage nutzte er daher vor allem, um Gitarrist und Sänger Kavus Torabi zu verdeutlichen, dass Gong unter seiner Ägide weiterbestehen solle. Torabi hatte sich als Fan in die Band hineingespielt. Seine Seelenverwandtschaft mit Allen hat sich mit den Jahren vor allem seinen Mitmusikern erschlossen. Wenn es schon so etwas wie einen Bandleader geben musste, so war es Torabi. Als Kopf der Avant-Prog-Band Knifeworld und ehemals Gitarrist der Prog-Punks Cardiacs steuerte er den aktuellen Bandnukleus in Richtung freigeistiger Neudefinition in der Gong-Saga. Die Band einigt sich auf raumgreifende Psychedelia, die sich in demokratischer Improvisation entspinnt. Das heißt nicht, dass die Band sinnentleert jammt. Vielmehr besann sie sich auf Gongs Wurzeln in der Freak Scene der späten 60er. Alles folgt dabei einer Komposition und farbenfroher Choreografie, mit ausgefeilten Bläsersätzen und schwer einzuordnenden Wendungen. Ein Stück wie das 13-minütige "My Sawtooth Wake" entwickelt sich in gleichen Teilen wie ein Jazzrock-Opus und eine kosmische Klangreise. Das sich 20 Minuten nehmende "Forever Reoccuring" besteht hingegen aus nur einem Riff. Die Patina von Gong stammt natürlich nach wie vor aus den 70ern, aber die Band schießt durchaus neue Ideen ins All.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.