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0 Autor: Dominik Rothe

Lord Dying - Mysterium Tremendum

Mysterium Tremendum

Langsam stirbt es sich bekanntlich am besten: Lord Dying bringen den Tod auf Raten in 53 Minuten. Alles, was sie dazu brauchen, sind schleppende Sludge-Riffs, giftige Growls und Melodien der Qual.

Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist dabei die Stimme von Frontmann Erik Olson. Der wechselt zwischen Shouts und melancholischem Klargesang wie Mikael Åkerfeldt einst bei Opeth. Auch vor psychedelischen Delay-Effekten schreckt er nicht zurück, um seiner Vorstellung vom Ende des Lebens und dem, was danach kommt, angemessen Ausdruck zu verleihen. In den melodischen Momenten fehlt es ihm allerdings gelegentlich an stimmlicher Überzeugungskraft. Von der Gitarrenarbeit wiederum lässt sich das nicht behaupten. Songs wie "The End Of Experience" oder "Severed Forever" warten mit griffigen Riffs sowie geschmackvollen Solos auf. "Severed Forever" erinnert zudem stark an Mastodon zu "Crack The Skye"-Zeiten. Zwischen diesen Wahnsinn aus Prog und Sludge streuen Lord Dying regelmäßig Interludes wie "Tearing At The Fabric Of Consciousness" ein. In denen betont die Band zumeist ihre melodische Seite und verpasst der Platte die Dramaturgie eines Theaterstücks. Trotzdem strapazieren Lord Dying gegen Ende des Albums die Nerven des Hörers, denn das Songwriting folgt einer gleichbleibenden Formel, während nicht alle Songideen gleichermaßen zünden. Zudem sind die Opeth-Querverweise in den akustischen Passagen allzu aufdringlich. Progressivität schreiben sich Lord Dying auf die Fahne, verbleiben aber in bereits ausführlich bespielten Gefilden. So mysteriös wie der Albumtitel suggeriert, ist "Mysterium Tremendum" also nicht – eine unterhaltsame Reise in den Abgrund ist es aber allemal.

Bewertung: 7/12

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