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0 Autor: Sebastian Stöwer

Alcabean - Confessions

Confessions

Sind das noch die Hoffnungsträger, von denen wir in der Jahresvorschau schwärmten? Das Debüt von Alcabean fällt jedenfalls deutlich zahmer aus, als erwartet.

Stürmischer Alternative Rock mit 90er-Einschlag und flirrenden Shoegaze-Gitarren, dazu der allzu vertraute Geruch schwitziger Clubkonzerte: Was die Dänen noch 2018 auf ihrer EP "Head Down" so spannend gemacht hat, verabschieden sie 2019 schon wieder in großen Teilen. Warum nur? Die harten Riffs sucht man vergebens, lediglich "King Of Queen" scheint gewillt, auch mal einen Haufen in die eigene Komfortzone zu setzen. Ansonsten ist "Confessions" das, was das Powerpoint-artige Cover bereits andeutet: aufgeräumt, mild und ein bisschen zu zurückgelehnt. Clubkonzerte: ja. Zerrissenes Bandshirt, das man gerade erst dem zotteligen Merch-Mann abgekauft hat: eher nein. Immerhin die Shoegaze-Schublade steht noch mehr als einen Spalt breit offen. Sänger Victor Schack haucht seine Texte samt sphärischer Backing-Vocals unaufgeregt über wattierten Jangle-Pop, die flatternden Gitarren seines Bruders Julius und dezente Synths. Wäre das hier bereits das zweite oder vierte Album, man würde den jungen Dänen glatt das Zertifikat "erwachsen" verleihen. Wahrscheinlich ist es unfair, ausgerechnet ein Debüt an der zuvor gelegten Erwartungshaltung zu messen, aber "Head Down" wäre auf Albumlänge eher dem Hype gerecht geworden. Stattdessen stapelt "Confessions" deutlich tiefer, schaltet einen Gang zurück und orientiert sich neu. Schack wollte mit Alcabean nie als Punk- oder Noise-Band wahrgenommen werden, heißt es im Pressetext. Insofern ist es nur konsequent, dass er sich möglichst weit davon entfernt.

Bewertung: 7/12

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